Ringreiten auf Sylt
Schnaubende Pferde und blinkende Lanzen sind von Ende Mai bis Ende August auf Sylt zu sehen. Nein, es finden hier keine mittelalterlichen Ritterfestspiele statt. In diesem Zeitraum tragen die Ringreitervereine der Insel Sylt Ihre Wettkämpfe aus, in dem alle Reiter und Reiterinnen des Vereins um die Königswürde kämpfen.
Insgesamt acht Vereine, darunter drei Damenvereine pflegen auf der Insel diesen traditionellen Pferdesport. Jeder dieser Vereine hat seine eigene Uniform.
Heute wird die Tradition des Ringreitens nur noch vorwiegend im norddeutschen Raum und im südlichen Dänemark gepflegt. König oder Königin wird dabei der, der im Galopp am meisten von den kleinsten am Galgen hängenden Messingringen aufspießen konnte. Alles andere als eine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der alles entscheidende Königsring nur einen Durchmesser von 1,3 cm hat!
Das Ringreiten ist eine Tradition, die tatsächlich aber an mittelalterliche Ritterspiele erinnert. Tatsächlich waren diese Turniere im Mittelalter als Vorprogramm weit verbreitet. Es war beispielsweise üblich, am Tag ersten Tag der offiziellen Ritterturniere als Auftakt Kampfspiele für die älteren Knappen abzuhalten. Diese übten sich unter den Augen ihrer Herren und Herrinnen im Ringstechen. Die Ringstecher sind handliche Eisengestelle mit einer Länge von ca. 10 bis 15 Zentimetern, mit denen die Knappen auf bewegliche Querlatten zuritten, an denen eine Ringhalterung befestigt war.
Die Tradition des Ringreitens reicht jedoch noch weiter zurück. Schon im 14. Jahrhundert erhielten Pferdeknechte mancherorts pro Jahr einen freien Tag und ein Pferd von ihren Herrschaften zur Verfügung gestellt, damit sie sich am Ringreiten beteiligen konnten.
FilmSetSylt
Produktionsleitung Ralph L. Homuth