Seenotrettung - DGzRS
(Quelle: DGzRS / Archiv)
Die etwa 40 Kilometer breite Brandungsküste auf der Westseite der Insel Sylt war immer wieder Schauplatz von Schiffsunglücken, Havarien und Strandungen.
Auf Grund der schweren Bedingungen gab es für die Verunglückten lange Zeit keine Hilfe, nach traditioneller Auffassung galten zu diesem Zeitpunkt Hilflose und Ihr Gut sogar noch als rechtlose Gegenstände.
(Quelle: DGzRS / Archiv)
Im Jahr 1765 wurde in den Hörnumer Dünen eine erste Notunterkunft errichtet. Das sogenannte „Hörnum Hus“ war mit Trinkwasser, Schiffszwieback und Zündhölzern ausgestattet.
(Quelle: DGzRS / Archiv)
Nach Schätzungen geraten 1860 jährlich über 50 Schiffe allein vor den deutschen Nordseeinseln in Seenot. Mangelnde Organisation und Ausrüstung sowie das noch ausgeübte Strandrecht verhindern zu dieser Zeit in nahezu allen Fällen die Rettung der Schiffbrüchigen.
(Quelle: DGzRS / Archiv)
Noch vor Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) errichtete 1865 der Westerländer Cornelius Peters einen Unterstand „Luk üt“ (Ausguck), um in stürmischen Nächten nach verunglückten Schiffen Ausschau zu halten und helfen zu können. Am 29.05.1865 wurde dann die DGzRS gegründet. Sitz der Gesellschaft wird Bremen.
(Fotohaus Pförtner / Liegeort: Sylter Archiv)
1866 gründete die DGzRS ebenfalls eine Mörserstation auf Sylt, die später durch einen Raketenapparat abgelöst wurde. Mit Hilfe dieser Station wurde eine Leine zu dem gestrandeten Schiff hinüber geschossen, über die, mittels einer Hosenboje die Besatzung an den Strand gezogen und gerettet wurde. Das Manöver war gerade im Sturm sehr schwierig. Oft verfehlten die Raketen mit den Leinen bei dem schweren Wetter ihr Ziel und nicht selten waren die Leinen zu kurz.
(Quelle: DGzRS / Archiv)
Der Westerländer Fotograf Paul Ebe Nickelsen gründete 1891 auf Sylt das Freiwillige Rettungs-Corps, das damals 24 Mitglieder zählte. Trotz des gefährlichen und schwierigen Einsatzes bei schwerer See wurden in Westerland, Munkmarsch sowie auf dem Ellenbogen in List zusätzlich Ruder- und Strandrettungsboote stationiert.
(Quelle: DGzRS / Archiv)
Mit der Entwicklung robuster und raumsparender Dieselaggregate erfolgte ab 1911 in der DGzRS eine Umstellung auf gedeckte Motorboote. Die Rettungsflotte wird mit dem roten Kreuz gekennzeichnet und im Weltkrieg unter den Schutz der Genfer Konvention gestellt.
(Foto: Ralph Homuth)
Am 12.02.1957 wird in Anwesenheit des Schirmherren der Gesellschaft, Bundespräsident Theodor Heuss, ein Seenotkreuzer auf seinen Namen getauft. Mit der Indienststellung der THEODOR HEUSS beginnt eine neue Ära im Bau moderner und vielseitig einsetzbarer Rettungsboote.
Auf Sylt zählt das Freiwillige Rettungscorp in Westerland noch heute 15 Mitglieder die für die Unterstützung der DGzRS immer bereit stehen. Die Raketenstation befindet sich im Uelzener Museum.
Seit beginn der organisierten Seenotrettung konnten bis heute ca. 25.000 Menschenleben gerettet werden.
FilmSetSylt
Produktionsleitung Ralph L. Homuth